Über Shibas

Der Shiba gehört zu den japanischen Naturrassen – er ist nicht durch Kreuzung aus anderen Rassen entstanden. Zur Entstehung des Rassenamens gibt es verschiedene Theorien, wonach die Bezeichnung Shiba "Hund aus dem Unterholz" oder einfach "kleiner Hund" bedeutet, je nachdem, von welchem japanischen Dialekt der Name abgeleitet wird.

Der Shiba wurde wegen seines Muts, seiner Beweglichkeit und Intelligenz zur Jagd benutzt – und nicht nur zur Jagd auf Kleinwild. Dank seiner Unerschrockenheit wurde er auch zur Jagd auf große Tiere eingesetzt – Wildschweine, Bären und Hirsche. In Japan wird der Shiba bis heute in ländlichen Gegenden zur Jagd verwendet, während er in Europa hauptsächlich als Begleithund gehalten wird.

Seine Jagdinstinkte hat der Shiba aber nicht verloren, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Unsere Shibas stehen oft lange über irgendwelchen Erdlöchern, in denen sie irgendeine Beute wahrgenommen haben, und sobald die Nager so unvorsichtig sind herauszukommen, ist es um sie geschehen. Shibas sind unglaublich flink, geradezu akrobatisch, wenn ihre Beute zu flüchten versucht. Ein andermal liegen sie wieder friedlich herum und scheinen tief zu schlafen, während sie tatsächlich eine Schar Spatzen beobachten, die vor dem Gatterzaun sitzen und  heruntergefallene Haferkörner für die Pferde aufpicken wollen. Sobald die Spatzen unachtsam sind, stürzt sich der Shiba auf sie und hat seine Freude, wenn die Vögel erschreckt auffliegen. Aber nicht immer gelingt es allen Spatzen davonzustieben und einige der gefiederten Schmarotzer enden als Hundebeute, was allerdings selten geschieht. Am Anfang glaubte ich, den Hund für das Vögeljagen bestrafen zu müssen – aber bestrafe jemanden für etwas, was in seiner Natur liegt. Jetzt nehme ich meine Shibas so, wie sie sind, und die Jagdleidenschaft gehört nun einmal dazu. Es ist auch möglich, daß Shibas die Hühner in Ruhe lassen, sobald sie gelernt haben, das Federvieh als Mitbewohner ihres Territoriums anzusehen. In unserem Haushalt haben bisher nur zwei Hühner ihr Leben gelassen.

Shibas eignen sich für das Leben in der Stadt wie auf dem Lande. Durch seine Widerstandsfähigkeit kann der Shiba das ganze Jahr draußen im Garten leben, aber gleichzeitig liebt er es auch, ab und zu irgendwo in der warmen Wohnung auszuruhen. Heutzutage, wo in der Stadt für Hunde öffentliche Plätze zum Auslauf  reserviert sind, kommt man mit einem Shiba dort gut zurecht, da es das beste ist, mit ihm an der Leine spazierenzugehen. Der Shiba ist auch für Bewohner von Stadtwohnungen geeignet, die einen anderen als einen der üblichen Begleithunde besitzen möchten. Auch für sportliche Halter ist der Shiba als unermüdlicher Begleiter auf langen Wanderungen oder im Winter bei Skilanglauftouren geeignet. Auf der anderen Seite ist der Shiba auch mit einfachen Spaziergängen zufrieden.

Den Charakter des Shibas würde ich mit den Worten Ausgeglichenheit, Selbstbewußtsein, Liebenswürdigkeit, Lebhaftigkeit, Spontaneität, ... umschreiben. Man könnte diese Reihe lange fortsetzen und hätte dennoch kein genaues Bild seines Charakters. Es ist eine besondere Rasse, die den Menschen liebt, aber gleichzeitig sehr unabhängig ist und ganz viel Freiheit verlangt. Shiba-Besitzer sollten Manns genug sein, mit dem etwas eigenwilligen Charakter des Hundes zurechtzukommen. Es ist kein so großes Problem, wie es manchmal scheint, aber Shibas sind absolut ungeeignet für jemanden, der von seinem Hund bedingungslosen Gehorsam fordert und nicht bereit ist, ihm eine gewisse Willensfreiheit zuzugestehen. Es gibt im Leben Situationen, in denen der Hund nicht einfach machen kann, was er gerne möchte, doch auf der anderen Seite gibt es auch Situationen, wo wir unserem Liebling sein Recht auf "Selbstverwirklichung" gönnen sollten. Das ist es, was der Halter respektieren sollte, und sein Hündchen wird es ihm dadurch vergelten, daß er ihm ein großartiger Freund und Begleiter ist.

Wenn der Besitzer am Tage lange Zeit außer Haus ist, schläft der Shiba ruhig und man kann sicher sein, daß er nicht die Nachbarschaft durch Bellen oder Jaulen stört – das ist ein Grund, warum Shibas für Stadtwohnungen geeignet sind. Kehrt die Familie nach der Tagesarbeit nach Hause zurück, begrüßt sie der Shiba mit zurückgelegten Ohren und einem Lächeln im Gesicht, doch wenn er sich genug gefreut hat, setzt er eine Miene auf, als wenn er die Menschen überhaupt nicht braucht, sondern im Gegenteil, der Mensch ihn braucht. Ich selbst sehe darin einen der  zauberhaften Züge des Shibas – er wird schnurren, wenn sie ihn streicheln, aber er wird so tun, als wäre es ein Privileg für sie, daß sie ihn streicheln dürfen. Der Shiba kann ihnen  sehr eindrucksvoll zu verstehen geben, daß er ihr Freund ist und gleichzeitig seine eigene Persönlichkeit zu wahren weiß.

Generell würde ich nach meinen Erfahrungen den Charakter des Shibas in der Mitte zwischen Katze und Hund ansiedeln. Ich sage gerne, nachdem der Herrgott Hund und Katze erschaffen hatte, und überlegte, was er noch machen könnte, da schuf er den Shiba.

 

HOME
UNSERE HÜNDINNEN
ÜBER SHIBAS
UNSERE WELPEN
GUEST BOOK
KONTAKT
FOTOGALERIE
LINKS